Ein Tag in Kopenhagen – vom Neuen Hafen bis zur Pusher Street

Ihr Lieben,

ich bin ja ganz baff, wie schnell so eine Woche vergeht! Gefühlt gestern bin ich noch mit schwerem Koffer und einem breiten Grinsen beladen zu meiner Freundin nach Schweden losgefahren. Im Kopf hatte ich viele Bilder und  Ideen, wie die Menschen und das Land wohl sein würden. Und was soll ich sagen? Vieles hat sich bewahrheitet und manches doch nicht. So ist es wohl immer.

Bevor ich euch aber von Schweden erzählen werde, habe ich heute die tolle dänische Hauptstadt Kopenhagen im Schlepptau, welche ich euch gerne vorstellen will. Wir waren direkt an meinem ersten Tag in Kopenhagen, da es von Malmö aus wirklich nur ein Katzensprung über die Öresundbrücke ist. Die Öresundbrücke ist übrigens die weltweit längste Schrägseilbrücke, auf der gleichzeitig Autos (oben) und Eisenbahnen (unten) fahren. Das allein ist schon interessant – aber bei dem, was Kopenhagen zu bieten hat, ist das wirklich nur der Anfang!


Zuerst einmal war ich geschockt von den Preisen in Kopenhagen und überhaupt in Dänemark (es ist noch teurer als in Schweden!). Shoppen fällt daher eher flach oder wird zum „Bummeln“ – das hat aber durchaus etwas Gutes, denn so bleibt mehr Zeit, um sich die Stadt anzusehen!

Kopenhagen hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass man unmöglich alle an einem Tag sehen kann – versucht es also gar nicht erst, so macht ihr euch nur unnötig Stress! Was ihr aber in Kopenhagen unbedingt machen und sehen müsst, sind eine kostenlose Sightseeingtour ist die Freistadt Christiania.


Den Tipp mit der kostenfreien Tour habe ich von meiner Freundin und diese gibt es wohl in jeder größeren Stadt, wie beispielsweise Stockholm, Rom, Hamburg…
Ihr erkennt die Guides an großen gelben Regenschirmen und könnt sie einfach ansprechen oder ihr schaut einfach mal hier. In Kopenhagen gab es Touren von 1,5 oder 3 Stunden – wir haben die kürzere gemacht und es war wirklich ganz großartig! Die Touren sind auf englisch, aber gut zu verstehen und unser Guide hatte viele interessante Anekdoten und Insider für uns auf Lager. 

Sehr spannend fand ich in Kopenhagen den ständigen Kontrast zwischen sehr alten Gebäuden und neuen, sehr modernen Gebäuden. In Kopenhagen gab es in den letzten Jahrhunderten große Brände, weshalb viele alte Häuser völlig abbrannten und neu aufgebaut wurden. Ihr erkennt die wirklich alten Häuser an den Holzelementen, von denen man sich dann doch wegen der Brandgefahr entfernte. Die Erkenntnis, dass Holz scheinbar brennt, brauchte allerdings einiges an Branderfahrung, da man sich zuerst darauf beruhte, die Holzelemente nur wenig zu reduzieren.


Ein Klassiker in Kopenhagen ist natürlich der Nyhavn (Neuer Hafen) mit seinen bunten Häusern und dem unendlichen Getümmel. Direkt am Wasser gibt es sehr viele süße Restaurants, die allerdings absolut überteuert sind. Ich würde euch deshalb raten, in einem Supermarkt ein Getränk und einen Snack eurer Wahl zu besorgen und euch einfach damit an’s Wasser des Nyhavn zu setzen – genau das machen die nämlich Einwohner auch. So bekommt ihr das Treiben mit, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen – Insidertipp!

Und was mich in Kopenhagen wirklich begeistert und fasziniert hat, ist die Freistadt Christiania. Es handelt sich dabei um eine alternative Siedlung am Rande von Kopenhagen, eine autonome Gemeinde, die 1971 ein großes ehemaliges Militärgelände besetzt hat. Zuerst waren nur ein paar Mütter durch die Löcher im Zaun geschlüpft und haben ihre Kinder auf dem Gelände spielen lassen (es gibt ja auch keinen kinderfreundlicheren Platz, als ein ehemaliges Militärgelände, hust). Eines Tages hat dies allerdings der Journalist Jacob Ludvigsen einer Untergrundzeitung mitbekommen und „die verbotene Stadt des Militärs“ als geöffnet erklärt.

In dem Leitbild von Christiania heißt es: „Das Ziel von Christiania ist das Erschaffen einer selbst-regierenden Gesellschaft, in der alle und jeder für sich für das Wohlergehen der gesamten Gemeinschaft verantwortlich ist. Unsere Gesellschaft soll ökonomisch selbsttragend sein, und als solche ist es unser Bestreben, unerschütterlich in unserer Überzeugung zu sein, dass psychologische und physische Armut verhindert werden kann.“ In der Praxis entwickelte sich daraus eine Mischung aus Anarchismus, Hippiebewegung und Hausbesetzertum. 


In Christiania gibt es weder Mietverträge, noch Hauseigentum. Die ca. 900 Menschen leben nach einigen wenigen Regeln zusammen, die beispielsweise das Benutzen von Waffen, kugelsicheren Westen (what?) und harten Drogen ebenso verbietet wie Diebstahl. „Weiche“ Drogen werden in Christiania allerdings nicht nur toleriert, sondern in der „Pusher Street“ auch ganz offen verkauft – weshalb das Fotografieren und das Rennen (denkt mal drüber nach…) in dieser Straße streng verboten ist! Das riecht man in der ganzen Stadt und erklärt vielleicht so manchen Häuseranstrich.

Wenn ihr übrigens jetzt denkt, dass das DIE perfekte Gemeinde für euch wäre, gibt es eine gute Nachricht: Ihr könnt euch der Gemeinde auch heute noch anschließen. Über die Erlaubnis muss allerdings ein Plenum entscheiden und es könnte dafür sicher nützlich sein, wenn ihr handwerkliche oder medizinische Fähigkeiten mitbringt, die in der Freistadt benötigt werden. Ansonsten kann aber jeder einfach für ein Bierchen oder ein (veganes) Mittagessen in Christiania vorbeigucken. 

Sagt mir Bescheid, wenn ihr noch weitere tolle Tipps für Kopenhagen habt. Ich freue mich auf viele Insidertipps,

4 comments

  1. Anja K. says:

    Hallo liebe Michelle,

    wenn ich deinen Beitrag lese und deine Bilder, habe ich direkt wieder Lust in den Norden zu reisen. Das erinnert mich so an meinen Schweden-Urlaub.

    Ich wollte dir kurz mitteilen das ich dich in meine Linkliste aufgenommen habe :)

    Viele liebe Grüße Anja

  2. dexxao says:

    Hallo Michelle,
    bin über googleplus auf deinen blog gestoßen, sehr schön! Wir waren dieses Jahr Ostern einige Tage in Kopenhagen, ich habe die Stadt lieben gelernt. Wir haben privat gewohnt (Haus bzw. Wohnung getauscht) und so einen richtig guten Eindruck in das tatsächliche, Kopenhagener Leben bekommen. Ein ganz, ganz tolles Erlebnis ist auch noch Louisiana, das Museum of Modern Art, 30 km nördlich von Kopenhagen. Viele Grüße!

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