Charlotte mit Beeren – der fast perfekte Geburtstagskuchen!

Ihr Lieben,

als meine Schwester vor einigen Wochen zu dem ersten Geburtstag meines kleinen Neffen einlud und mich dabei fragte, ob ich nicht vielleicht einen Kuchen mitbringen könnte, war ich ganz aus dem Häuschen. Was für andere eher eine Belastung ist, war für mich die Chance endlich mal den perfekten Geburtstagskuchen zu backen, der schon so lange Zeit in meinem Kopf rumschwirrte – eine Charlotte!

Um den vielen Fragezeichen hinter den Bildschirmen jetzt mal zuvor zu kommen: Eine Charlotte ist eine bestimmte Art von Süßspeise, bei der die Form mit Löffelbiskuits ausgelegt wird. Anschließend wird das Ganze mit einer Sahnecreme gefüllt – die Figur freut sich! Theoretisch soll daraus am Ende ein schnittfester Kuchen werden. Joa, soweit die Theorie!

Was ich bis dato noch nicht wusste: Gelatine ist garstig! Und Gelatine ist absolut nichts für ungeduldige Menschen. Und Gelatine braucht laaaange…!

Da ich bisher noch nie (!) irgendwas mit Gelatine gemacht habe, außer tütenweise Gummibärchen in mich hineinzustopfen, hatte ich irgendwie so gar keine Meinung zu Gelatine. „Kann ja so schwer nicht sein!“, dachte ich mir und entwickelte aus verschiedenen Rezepten aus dem Internet, meinem Kopfkino und den Resten im Kühlschrank das für mich perfekte Rezept für eine Charlotte als Geburtstagskuchen.


Den Tortenboden der Charlotte habe ich diesem Rezept für New York Cheesecake nachempfunden, das ich euch ja erst vor Kurzem gezeigt habe – easy! Die Löffelbiskuits habe ich einfach ganz frech gekauft – auch easy! Und dann kam die Creme – überhaupt nicht easy!

An dieser Stelle keine Angst, ich habe das Rezept der Charlotte für euch abgewandelt, nachdem mein erster Cremeversuch absolut nicht fest wurde und total in die Hose ging. Macht sich immer super, wenn man am Abend vor dem Geburtstag langsam kalte Füße bekommt, weil der Geburtstagskuchen förmlich unter den Händen wegfließt. Wer mir also sagen kann, warum die normale Gelatine bei mir selbst nach 4 Tagen (ich habe die Creme die ganze Zeit im Kühlschrank gelassen in der Hoffnung, sie nochmal verwenden zu können) nicht fest wurde, darf sich gerne bei mir melden.

Und wer – wie ich – echt keine Geduld hat, um Ewig auf die Creme zu warten und schon nach 20 Minuten in der Küche mit dem Kühlschrank meckert, der darf gerne das nachfolgende Rezept verwenden -es ist absolut ungeduldige-Menschen-sicher!



Rezept für den fast perfekten Geburtstagskuchen – eine Charlotte!

Ihr braucht:
Für den Boden: 300g Butterkekse, 150g Butter, 1 EL Milch, etwas Zucker
Für die Füllung: 400g (gefrorene) Früchte (Waldbeerenmischung), 200g Quark, 200g Frischkäse, 400ml Buttermilch, 2 Pk. Vanillezucker, 4 Pk. GelierFIX (!!), 400g Löffelbiskuits, 300g Blaubeeren, Zucker nach Belieben
Außerdem: Eine Kuchenform, bei der ihr den Boden rausdrücken könnt oder eine Springform – sonst bekommt ihr den Kuchen nicht aus der Form!

1. Für den Boden einfach die Butterkekse grob zerbröseln und mit der geschmolzenen Butter übergießen. Die Masse zu einem Teig verkneten, ggf. einen Esslöffel Milch dazu geben, damit sich die Masse besser formen lässt. Den Bodenteig in die Form geben, mit etwas Zucker berieseln und für 10-12 Minuten in den Ofen bei 180°C.

2. Nun kommt die Füllung. Wenn ihr GelierFIX verwendet (die idiotensichere Variante von Gelatine – klappt immer!), kann mit der Creme nichts schief gehen. Wer unbedingt angeben will, kann auch Gelatine nehmen…! Jedenfalls gebt ihr nun Quark, Frischkäse, Buttermilch, Vanillezucker und Zucker nach Belieben (für die Süße) in eine Schüssel und mischt es mit dem Quirl gut durch. 

3. Nun kommt mein Lieblingsküchengerät – der Pürierstab. ihr merkt, in meiner Küche läuft nichts mehr ohne den Pürierstab. Mit diesem püriert ihr nun die Früchte gut durch, sodass eine Soße entsteht. Wenn ihr gefrorene Früchte verwendet, müsst ihr diese vorher natürlich auftauen lassen.

4. Gebt nun die Beerensoße zu der Creme dazu und rührt beides gut zusammen, Dann gebt ihr das GelierFIX dazu und mischt alles richtig gut durch. nun kommt der Clou: Stellt die Masse für ca. 10 – 15 Minuten in den Gefrierschrank. Dann mischt ihr die Masse nochmal durch und stellt sie für ca. 2h in den Kühlschrank bis sie fest wird.

5. Wenn eure Creme fest ist, könnt ihr sie noch einmal umrühren. Nun gebt ihr einen kleinen Kleks davon auf den Kuchenboden, damit die Löffelbiskuits gut halten. Ihr klebt sie damit sozusagen fest. Die Löffelbiskuits stellt ihr nun mit der bezuckerten Seite nach innen an der Kuchenform entlang. Füllt nun die Creme in die Form und streicht sie Glatt. Verteilt die Blaubeeren auf der Creme und stellt den Kuchen noch einmal in den Kühlschrank, damit er sich „setzt“ und fest wird.

6. Kuchen aus der Form lösen, Satinschleife drum und strahlend durch die Gegend laufen. Im Auto den Kuchen wie den Papst behandeln und mit dem eigenen Leben schützen! Bei jeder Ampel die Charlotte in die Luft halten, um den Bremsweg abzufangen. Auf dem Geburtstag allen erzählen, wie einfach und schnell dieser Geburtstagskuchen gemacht war. Die Sache mit der Gelatine gekonnt verschweigen.


Und weil es ja zum Geburtstag ging, habe ich passend zum Geburtstagskuchen gleich noch eine süße Geburtstagskarte entworfen, die zu jedem Alter passt. Sternchen gehen immer! Die Vorlage findet ihr zum Download wie immer hier.

Die Charlotte kam übrigens so gut an, dass sie innerhalb von kurzer Zeit weggefuttert war. Ob das auf einem Geburtstag (= viele ausgehungerte Menschen warten seit dem Morgen auf das Kuchenbuffet) nun so ein Aushängeschild ist, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall war sie richtig lecker! Und jetzt, wo ich den Trick mit der Gelatine raus habe, mache ich sicher bald mal wieder eine. Der nächste Geburtstagskuchen kommt bestimmt!


Wie sind eure Erfahrungen mit Gelatine? Gibt es da irgendwelche Tricks? Und wie haltet ihr es mit den Geburtstagen von Verwandten – bringt ihr auch Kuchen mit oder freut ihr euch auf den Kuchen des Gastgebers? Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte,

8 comments

    • Michelle Allez-Vite says:

      Liebe Sabrina,
      Daaaanke – als begabt würde ich mich zwar nach der Gelatinestory nicht gerade bezeichnen, aber es freut mich natürlich, wenn du das so siehst ;-)) Die Familie freut sich – das kann ich dir versprechen! Danke für den Link, ich schaue immer gerne auf neuen Blogs vorbei :-)

      Liebe Grüße, Michelle

  1. Janina says:

    Der Kuchen sieht ganz zauberhaft aus! Mit Gelatine kämpfe ich auch immer, mir ist auch schon so einiges dahin geflossen. Nervig! Gut, dass ich damit nicht alleine bin 😉
    Liebe Grüße,
    Janina

    • Michelle Allez-Vite says:

      Liebe Janina,
      puuuuuh, das beruhigt mich!! Ich habe sogar im Internet gesucht und gesucht – aber da standen immer nur so hilfreiche Tipps wie „Manchmal ist das eben so“ oder „Vielleicht habt ihr nicht genügend Gelatine genommen“… Liegt also definitiv nicht an uns 😀 !

  2. Janneke says:

    Das mit der Gelatine kenne ich! Die ersten paar male hab ich mich auch immer verschätzt, wie lange die „einwirken“ muss :) Die Charlotte sieht toll aus!

    Liebe Grüße,
    Janneke

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