Bierbrötchen mit Zwiebeln zum Grillfest – der ganz normale Wahnsinn!

Ihr Lieben,

wie vermutlich 90% der Lesenden, habe ich gestern Abend um 18:00 Uhr vorm Fernseher gehangen und mit der Nationalmannschaft mitgefiebert. Aber ich hing nicht bei mir Zuhause vor’m TV, sondern war bei einer Kollegin zum Grill- und Fußballabend eingeladen. Auf der Sonnenterrasse – muss ich mehr sagen?

Natürlich wollte ich auch meinen kulinarischen Beitrag leisten und hatte mir in den Kopf gesetzt, leckere Brötchen mitzubringen. Brot oder Brötchen gehören für mich zum Grillen einfach dazu – dick mit selbstgemachter Kräuterbutter bestrichen, passen sie auch noch in den Magen, wenn dieser eigentlich schon die Schotten dicht gemacht hat. Brötchen gehen immer!

Nun wollte ich aber nicht irgendwelche Brötchen backen, sondern leckere Zwiebelbrötchen mit einer geheimen Zutat: Bier! Man könnte also auch von Bierbrot sprechen – oder Bierbrötchen mit Zwiebeln? Und damit die Brötchen auch noch als gesund durchgehen, habe ich sie mit Vollkornmehl gebacken- jummy! Das Rezept gibt es natürlich auch für euch!

Den Teig hatte ich ganz schnell zusammengerührt (keine 5 Minuten!) und über Nacht im Kühlschrank gelagert. Am nächsten Tag fiel mir dann auf der Arbeit ein, dass ich die Brötchen gerne in rot-weiß-gepunkteten Förmchen hätte, wozu ich die passende Form benötigte. So begann die Odyssee…


Da ich nur eine kleine Muffinform besitze, die gerade einmal 2cm hoch ist, aber unbedingt etwas höhere Brötchen haben wollte, beschloss ich, nach der Arbeit noch schnell eine solche Muffinform zu kaufen. Ich fuhr also nach der Arbeit nach Steglitz in die Schlossstraße (Anmerkung d. Red.: Shoppingstraße in Berlin, an deren Ende sich das Shoppingcenter „Das Schloss“ befindet) um im Schloss eine solche Form zu besorgen. Im Internet hatte ich bereits gesehen, dass es diese Form dort in einem Elektroladen geben sollte. Komisch, aber gut!

Um mir die Parkgebühren zu verkneifen, fuhr ich aus der Parkzone raus und parkte hinter einem Gebirgskamm einem Berg. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht nur ordentlich Zeitdruck hatte, sondern auch hohe Schuhe an hatte, die ebenfalls Druck machten! Auf meinen Schuhen stöckelte ich dann geschlagene 20 Minuten den Berg hinab Richtung Einkaufszentrum. Innerlich war ich bereits am Fluchen – aber was tut man nicht alles! Als ich dann endlich in dem Elektroladen ankam, guckten die Mitarbeiter mich nur doof an, als ich nach der Muffinform fragte. „Nee, dit jibt et nur im Internet, sowat ham wa hier jar nich!“ – Aaaah!!!

Aus Verzweiflung durchforstete ich dann im Affentempo alle Läden, denen ich irgendwie zutraute, eine solche Mufinform zu haben – auf 3 Etagen! Vergeblich! Ein Blick auf die Uhr: Top, wenn ich jetzt zum Auto zurück renne, schaffe ich vielleicht wenigstens noch, die Brötchen nackig ohne Form aufs Blech zu klatschen. Grr!


Nun tippelte ich also den Berg wieder hoch, kam nach 25 Minuten keuchend und meckernd an meinem Auto an und machte mich auf dem Heimweg. Als ich gerade bei Karstadt vorbeifuhr, legte ich eine Vollbremsung ein – Karstadt!! Die Rettung!! Das Hupen und Brüllen des hinter mir fahrenden Autos überhörte ich dezent, stellte mich kurzerhand ins Halteverbot, schickte ein Stoßgebet zum Himmel, dass es a) eine solche Muffinform geben würde und ich b) keinen Strafzettel bekommen würde und rannte in den Laden. 

Und was soll ich sagen? Es gab die perfekte Form und sie war auch noch reduziert – lieber Himmel! Völlig fertig stürzte ich mich Zuhause auf die Förmchen – und siehe da, die Muffinform ist viel zu groß!             

„Echt jetzt??“



In diesem Moment fiel mir auf, wie perfekt sich die Brötchen doch ohne gepunktetes Papierförmchen machen würden und dass die Förmchen ja sowieso totaal doof sind…ja, ne, ist klar! Also gibt es für euch heute das Rezept für Bierbrötchen / Zwiebelbrot / Bierbrot mit Zwiebeln in der Muffinform – ohne Papierförmchen und ohne Schnickschnack! Rustikal – wegen Grillen und so!!


Rezept für schnelle Brötchen mit Bier (und Zwiebeln)

Ihr braucht: 450 ml warmes Wasser, 1/2 Päckchen frische Hefe, 4TL Salz, 330 ml mildes Bier, 1TL Balsamico Essig, 900g Vollkornmehl (Weizen), 100g normales Weizenmehl

Uns so geht’s:  Lasst die Hefe sich in dem warmen Wasser auflösen (einfach reinbröseln und ein bisschen rühren). Danach gebt ihr die anderen Zutaten dazu und knetet das Ganze etwa 4 Minuten mit dem Handrührgerät durch – fertig! 

Den Teig lasst ihr nun ca. 2h an einem warmen, zugfreien Ort gehen, knetet ihn noch einmal kurz durch und stellt ihn in den Kühlschrank. Dort hält er sich eine Weile und ihr könnt immer nach Belieben frische Brötchen backen – und zwar stets unterschiedliche. Ich habe in die Hälfte des Teiges noch Röstzwiebeln reingeknetet und hatte so ganz schnelle und leckere Zwiebelbrötchen! Auch Kräuter, Käse oder Oliven und getrockente Tomaten machen sich sicher super in den Brötchen. Wer es lieber süß mag, der gibt eine Prise Zucker und beispielsweise Rosinen oder anderes getrocknetes Obst dazu. Das Bier gibt den Zwiebelbrötchen ein tolles Aroma, aber man schmeckt es nicht raus. Auch der Alkohol verdampft beim Backen, also keine Angst – ihr werdet nach dem Genuss von diesem Rezept nicht lallend und torkelnd vor dem Grill umherwanken!


Das Zwiebelbrot / die Bierbrötchen wurden gestern übrigens fachmännisch getestet und für sehr lecker befunden – meine liebe Kollegin und ihr Liebster sind nämlich wahre Gourmets! Und wenn ihr schon einmal die Chance habt, die Empfehlung fachkundiger Genießer auszuprobieren, dann ran an den Speck (oder die Zwiebeln!). Die vorherige Odyssee lasst ihr einfach weg – dann dauert das Ganze auch nur 5 Minuten! 

Kennt ihr solche Tage, an denen irgendwie alles schief geht – und am Ende geht es dann doch irgendwie gut aus? Habt ihr sowas vielleicht auch gerade erst erlebt? Dann teilt eure Geschichte unbedingt mit mir – auf Facebook oder in den Kommentaren! Ich freue mich auf viele witzige Alltagsgeschichten,

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